Der Alfa Romeo 6C 1500 Super Sport

Die glorreichen Jahre der 1OOO Miglia

Der leistungsstarke Sechs-Zylinder-Reihenmotor ist typisch für den sportiven Charakter des Alfa Romeo 6C 1500, der nach dem Sieg des Fahrerteams Campari/Ramponi bei den Mille Miglia im Jahr 1928 zum Star der Wettbewerbe in den späten 1920er Jahren wird.


Der Alfa Romeo 6C 1500 Sport entsteht 1928 buchstäblich im Zeichen der damaligen Rennen: der kompakte Sechs-Zylinder-Reihenmotor steigerte mit nur 1467 cm3 aufgrund der doppelten, oben liegenden Nockenwelle, des verbesserten Verdichtungsverhältnisses und des Doppelvergasers seine Leistung von 44 auf 54 PS. 

Doch es sind die Spider-Versionen, für deren Karosserien größtenteils Zagato, Castagna und Touring verantwortlich zeichneten, die letztlich das Interesse der Herrenfahrer mit Blick auf eine Verwendung bei Rennen auf sich zogen: leicht, wendig und spurtschnell unter ihrer langen Motorhaube, unter der sich die Mechanik der Extraklasse dieses Mehrzylinder-Juwels befindet.

Um die Leistung noch weiter zu erhöhen, wird die Version mit Doppelvergaser noch mit einem Kompressor und Einzelvergaser ausgestattet. Das Resultat heißt Super Sport: seine Leistung steigt auf 76 PS und die Höchstgeschwindigkeit erhöht sich von 130 auf 140 km/h. 

1928 bis 1929 wurden lediglich 31 Fahrzeuge vom Typ Alfa Romeo 6C 1500 in den Versionen Super Sport bzw. Mille Miglia Speciale gebaut: sechs in der so genannten „Testa Fissa”-Version mit 84 PS, zehn mit und 15 ohne Kompressor.


Am 1. April 1928 erringt ein Alfa Romeo 6C 1500 SS von der offiziellen Rennmannschaft – mit dem Team Campari/Ramponi – den Sieg bei der zweiten Auflage der Mille Miglia: damit fällt der Startschuss zur Legende von Alfa Romeo bei diesem berühmten Rennen, das den Autobauer aus Mailand noch weitere 10 Male auf das Siegertreppchen in Brescia bringen sollte. Dieser historische Rekord ist bis heute unübertroffen. Nach Ende des ersten Weltkrieges zog Boris Ivanowski, ehemaliger Offizier der Leibgarde des Zaren, nach Paris und errang diverse wichtige Siege außerhalb Italiens: zusammen mit Marinoni gewinnt er die 24 Heures de Spa im Jahr 1928 sowie später allein die Coupe Georges Boillot. Im folgenden Jahr gewinnt er außerdem den wichtigen irischen Wettbewerb Irish GP Saorstat Cup.

Bevor er zu einem der größten Sportwagenhersteller wurde, gewinnt der junge Enzo Ferrari in einem Alfa Romeo 6C 1500 SSim Jahr 1927 zusammen mit Giulio Ramponi das Rennen auf dem Circuito di Modena und feiert im folgenden Jahr im Team mit Eugenio Siena einen weiteren Sieg. Ebenfalls 1928 gewinnt er auf dem Circuito di Alessandria diverse Wettbewerbe, die er selbst zwar als lokal bezeichnet, die allerdings die Grundlage der steilen Karriere schufen, die man mit den Rennen von Ferrari, der den Beinamen „Drake“ trug, in Verbindung bringt.

Das aus dem Alfa-Romeo-Museum in Arese stammende Exemplar ging bereits bei drei Neuauflagen der Mille Miglia in den Jahren 2005, 2007 und 2019 als Erstes durchs Ziel und siegte auch 2007 und 2008 beim 1000 Millas Sport in Argentinien. Dieser rüstige Alfa Romeo hat das Siegen auf diversen Rennstrecken der Welt also noch längst nicht aufgegeben!

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