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Alfa Romeo Abarth 1000

Der erste „röhrenförmige" Abarth.

Der Designer Mario Colucci und Carlo Abarth lernten sich anlässlich des Projektes Alfa Romeo Abarth 1000 kennen. Die beiden hatten unterschiedliche, aber komplementäre technische Visionen. Ihre ständige Konfrontation ermöglichte das Entstehen neuer Designlösungen, die die Abarth-Rennwagen der sechziger Jahre charakterisierten.


Mitte der 1950er Jahre begann Abarth, mit Alfa Romeo zusammenzuarbeiten. Alfa sah sich mit der Einführung des Fließbandes in der Anlage Portello für die Produktion des 1900 gezwungen, sämtliche Ressourcen auf die Produktion zu konzentrieren und die Welt des Rennsports zu verlassen. Einige Manager waren der Meinung, dass die Entwicklung von Rennwagen an eine externe Struktur delegiert werden könnte: Das junge Unternehmen, einige Jahre zuvor von Carlo Abarth gegründet, schien hierfür der ideale Partner.

Der erste Kontakt zwischen den beiden Herstellern führte 1955 zur Entwicklung des Alfa Romeo 750 Competizione: eine Barchetta, um an Rennen in der Sport-Kategorie teilzunehmen. Angetrieben wird der Wagen vom Doppelnockenwellenmotor der Giulietta, der von Abarth getunt und auf ein klassisches Kastenblech-Chassis montiert wurde, während die Karosserie von Boano stammt. Die hervorragenden Ergebnisse, die das Auto bei den Tests erzielte, reichten nicht aus, um die Topmanager des Mailänder Unternehmens davon zu überzeugen, sich über diesen einzigen Prototyp hinauszuwagen, der heute noch Teil der FCA Heritage-Sammlung im Museo Alfa Romeo in Arese ist.

Der zweite Versuch einer Zusammenarbeit erfolgte 1958, als man eine Vereinbarung über die Produktion eines neuen Autos mit einem von der Giulietta abgeleiteten Motor unterzeichnete: der Alfa Romeo Abarth 1000. Alfa Romeo schickte den Ingenieur Mario Colucci nach Turin, um das Projekt aus der Nähe zu verfolgen. Der Techniker brachte bei Abarth eine neue Herangehensweise an das Design ein: technischer und und weniger empirisch. Carlo Abarth spürte sofort, wie wertvoll Coluccis Beitrag für sein Unternehmen werden konnte und schlug ihm bald vor, die Rolle des Technischen Leiters zu übernehmen.

Alfa Romeo Abarth 1000 - 1958
Alfa Romeo Abarth 1000 - 1958
ENGINE
4L cylinder Otto cycle, DOHC, 2 twin-choke Weber 40DCOE carburettor, front longitudinal 958 cm3
POWER
88 HP @ 8000 rpm
SPEED
n.d.
WEIGHT
640 kg
DESIGN
Bertone (Franco Scaglione)
TYPE OF BODY
Coupé

Coluccis Projekt resultierte in einem leichten, sehr populären Auto, das aber ein Unikat blieb, weil der Vertrag mit Alfa Romeo scheiterte. Doch akzeptierte der Designer den Vorschlag von Carlo Abarth, und unter seiner technischen Leitung entstand eine Sportwagenfamilie, die ihre Spuren hinterlassen sollte.


Für die Realisierung des Alfa Romeo Abarth 1000 legte der österreichische Industrielle seine Vorurteile beiseite und ließ dem Techniker freie Hand bei den von ihm bevorzugten Lösungen: Das Ergebnis war mehr als ermutigend. Coluccis Gitterrohrrahmen wog nur 50 kg, der komplette Wagen nur 640. Durch den Einsatz einer anderen Kurbelwelle fiel der Motor der Giulietta zwar unter einen Liter Hubraum, aber die geschickte Abarth-Verarbeitung ermöglichte es, 88 PS bei 8000 U/min zu erreichen. Die Hubraumreduzierung zielte darauf ab, bei den Rennen nicht direkt mit der „Spender"-Giulietta zu konkurrieren, wo die beiden Autos in unterschiedlichen Klassen antreten würden, aber auch darauf, den Abarth-Alfa auf dem Markt weiter von der Giulietta Coupé und dem Spider zu distanzieren. Ebenfalls von der Giulietta abgeleitet waren die Einzelradaufhängung vorne, die starre Hinterachse, die Bremsanlage, das Getriebe und die Kraftübertragung: Die vielfache Vererbung mechanischer Elemente aus dem Alfa Romeo zwang Colucci, den Motor in der gleichen vorderen Position zu belassen wie in der Limousine aus dem Hause Portello.

Im Gegensatz zum 750 Competizione, für den eine Barchetta-Karosserie vorbereitet worden war, wurde der neue Alfa-Abarth 1000 in eine Coupé-Version „gekleidet": Die aerodynamische Linienführung stammte aus der Feder von Franco Scaglione, der in den Karosseriewerken von Bertone arbeitete. Im Jahr zuvor hatte das Duo Scaglione-Bertone die ebenso ungewöhnliche Alfa Romeo Giulietta Sprint Speciale geschaffen, von der später die Giulia SS abgeleitet wurde. Die Nase des Alfa Abarth 1000 war noch niedriger und stromlinienförmiger als die der Giulietta SS, und die geschwungenen Linien der Kotflügel passten zu den aerodynamischen Kappen, die die Scheinwerfer verdeckten. Die Motorhaube, besonders niedrig und sportlich, endete in einer dünnen und leicht vorstehenden ovalen Öffnung, flankiert von zwei Öffnungen, die mehr Luft in den Motorraum leiteten. Die Windschutzscheibe war schräg und die Aerodynamik besonders gut durchdacht: Die Türen, die bis in die vorderen Kotflügel reichten, hatten keine hervorstehenden Griffe. Das sehr kurze Heck ist komplett abgerundet und zeichnet sich durch eine große, direkt mit dem Dach verbundene Heckscheibe aus.

Der Alfa Romeo Abarth 1000 debütierte auf der vierzigsten Ausgabe des Turiner Autosalons am 5. November 1958 auf dem Stand des Karosseriebauers Bertone. Das schnittige und kompakte Coupé wurde sowohl unter ästhetischen Gesichtspunkten als auch wegen seines raffinierten Fahrwerks sehr geschätzt, blieb aber das einzige produzierte Modell. Und nicht nur das: Auch die Vereinbarung zwischen Alfa Romeo und Abarth wurde nicht weiterverfolgt, und gleichzeitig verstärkte das „Haus des Skorpions“ seine Beziehung zu Fiat weiter. Es schien alles vorbei, aber in Wirklichkeit begann eine neue Ära. Für Mario Colucci, der das Angebot von Carlo Abarth annahm und 1960 technischer Leiter der Casa dello Scorpione wurde, aber auch für Abarth selbst, denn das leichte Coupé mit Alfa-Romeo-Motor wurde zum Begründer einer Rennwagenserie, die sich durch das Röhrenchassis auszeichnete. Eine Dynastie von Sportwagen, die dazu beitragen würde, die Marke noch erfolgreicher und beliebter in der Welt zu machen.

1960 beauftragte Carlo Abarth Colucci mit dem Bau eines Sportrennwagens. Der Konstrukteur konnte nicht nur die Eigenschaften der festen, leichten Rohrrahmens ausnutzen, sondern auch endlich den Motor direkt hinter den Schultern des Fahrers platzieren: die technische Lösung, die der neue technische Leiter schon immer bevorzugt hatte.

So entstand der erste Fiat Abarth Sport Spider mit Rohrrahmen und Mittelmotor: Die erste Version hatte einen Hubraum von 750 ccm, der später auf 700 und dann auf 1000 ccm vergrößert wurde. Doch stand er unter keinem guten Stern: Eine gewisse Naivität bei der Interpretation des komplizierten Reglements, ein paar Fehler der Fahrer und einige unglückliche Ausfälle durch mechanische Defekte ließen Carlo Abarth an der technischen Lösung von Colucci zweifeln. Die Frage blieb in den folgenden Jahren offen. Coluccis Architektur verbesserte sich mit der Zeit, aber Abarth fand, dass sie zu teuer sei. Die Quadratur des Kreises gelang Colucci 1966 mit dem Fiat Abarth 1000 SP. Mit der Verwendung des bewährten Abarth-Doppelnockenwellenmotors, der vom Kurbelgehäuse des Fiat 600 abgeleitet war, in Kombination mit einer Polyurethan-Karosserie, die mit Glasfaser an den Rohrrahmen geschweißt wurde, fand Colucci eine überzeugende Lösung, um Leistung und Wirtschaftlichkeit zu kombinieren. Er wurde der erste einer langen Reihe von siegreichen Sportrennwagen, die Abarth in der ganzen Welt berühmt machten.

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