Fiat Panda Elettra

Das erste vollelektrische Auto

1990 verwandelt Fiat den Panda in das erste, von einem globalen Großhersteller serienmäßig produzierte Elektrofahrzeug.


Es ist der Beginn eines bedeutsamen Jahrzehnts, das ins neue Jahrtausend führen wird. In Berlin fällt die Mauer, in Italien wird die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen und in ganz Europa weht ein Wind der Veränderung mit Lust auf Neues. Es ist das Jahr 1990 und Fiat präsentiert der Welt ein Automobil, das keinen Verbrennungsmotor, sondern einen Elektromotor hat: sprich ein Auto, das umweltfreundlich ist. Eine echte Revolution in der Automobilbranche für die Mobilität der Bürger und vor allem für die Umwelt.

Der im Winter 1980 präsentierte Fiat Panda war bereits seit 10 Jahren erfolgreich auf dem Markt und zudem der Kleinwagen schlechthin, den alle Italiener liebten. Im Hinblick auf das eigene wachsende und konkrete Umwelt-Engagement beschließt Fiat, den in Serie produzierten Panda in ein Elektrofahrzeug zu verwandeln, das erste, das ein globaler Großhersteller produziert: Es entsteht der Panda Elettra

Er hat eine Reichweite von 100 km und seine Batterien werden an der Heimsteckdose aufgeladen. Im Stadtverkehr kann er sogar auf die Nutzung der Gangschaltung verzichten.


Der Panda Elettra wird von Fiat in Zusammenarbeit mit dem Österreicher Steyr-Puch auf der Grundlage des Panda mit CL-Ausstattung gebaut.

Aus der Motorhaube verschwindet der Benzinmotor 750 Fire. Es wird ein Gleichstrom-Elektroantrieb mit Serienerregung und 9,2 kW Leistung installiert, der ein hohes Drehmoment auch bei niedriger Drehzahl gewährleistet. Zwölf 6V-Bleibatterien erzeugen die elektrische Energie: zwei von ihnen befinden sich im Motorraum, die anderen zehn in einem robusten Stahlbehälter, der die Kofferraumbasis belegt. Darüber hinaus unterscheidet sich der Elettra vom Panda CL durch den verstärkten Bremskreis, eine andere Kalibrierung der Radaufhängung und die vergrößerten Reifen.

Der Benzintank wird beibehalten, um einen kleinen Brenner zu versorgen, der an den Radiator der Heizungsanlage angeschlossen ist, die sich ebenfalls weiterhin im Motorraum befindet. Die Übersetzung erfolgt über die normale 4-Gang-Schaltung des Panda mit entsprechender Kupplung. Der Tachometer wird folglich mit drei Höchstgeschwindigkeitsanzeigen für die ersten drei Gänge ausgestattet: 15, 25 und 40 km/h. Dennoch geht es im Stadtverkehr und auf ebener Straße auch ohne Schaltung, wenn der 3. Gang, auch für den Kaltstart, immer eingelegt bleibt. Der Panda Elettra kann 70 km/h mit einer Beschleunigung von 0-40 in 10 Sekunden erreichen und Gefälle von bis zu 25% bewältigen. Mit einer durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h beträgt die Reichweite 100 km/h. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über eine automatische Rekuperationsvorrichtung, die beim Bremsen und Bergabfahren Energie zurückgewinnt.

Die Innenausstattung verzichtet auf die Rücksitzbank - das Fahrzeug wird somit zum Zweisitzer - während der vordere Bereich des Fahrgastraums fast unverändert bleibt und der CL-Ausstattung entspricht; im unteren Bereich des Armaturenbretts befindet sich der Bordcomputer, der Informationen zum Batteriestand liefert. Das Auto ist serienmäßig mit einem automatischen Batterieladegerät ausgestattet, das, an die übliche Haussteckdose mit 220 V, 16 A angeschlossen, ca. 8 Stunden für eine komplette Aufladung braucht.

Als Serienausstattung bietet der Panda Elettra Sitze mit Kopfstützen, Sicherheitsgurte mit Aufrollvorrichtung und den Rückspiegel an der rechten Seite. Die Instrumententafel an Bord verfügt über Kilometerzähler, Anzeige des Batterieladestands und Stillstand-Summer, der ertönt, wenn die Handbremse bei ausgeschaltetem Motor nicht angezogen wird. 

1992 wurde der Panda Elettra weiter optimiert: der Motor erreichte 17,7 kW und die Bleibatterien wurden durch Nickel-Cadmium-Elemente ersetzt. So entstand der Panda Elettra 2, der bis 1998 in der Produktion blieb.

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