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Der Fiat Multipla und das funktionale Design

Die Bedeutung von Benutzerfreundlichkeit und Effizienz im Design.

Effizienz ist einer der Eckpfeiler, auf denen die Arbeit des Designers basiert. Gemeinsam mit Roberto Giolito, dem Leiter der Heritage-Abteilung, gehen wir der Frage nach, wie wichtig es ist, den Benutzer in den Mittelpunkt des kreativen Designprozesses zu stellen. Nicht nur im Automobilbereich. Vom Downtown bis zum Multipla, vom Zippo bis zur Telecaster wird neben der Ästhetik die grundlegende Rolle der Funktionalität skizziert.


Wenn wir über Design sprechen, laufen wir Gefahr, das Thema Effizienz zu vernachlässigen, um uns mehr auf ästhetische Aspekte zu konzentrieren. Was ist Ihre Meinung dazu?

Design hat die Aufgabe, das Produkt mit dem Benutzer in Kontakt zu bringen und muss den Anforderungen an Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Benutzerfreundlichkeit gerecht werden. Mit anderen Worten: Wenn man den Begriff der Effizienz nicht in den Mittelpunkt des Designs stellt, kann man nicht von Design im engeren Sinne sprechen. Nach allgemeinem Verständnis hat Design nichts mit Kunst und Kreativität zu tun, es sei denn, man interpretiert diese beiden Begriffe als einige seiner Bestandteile. Design ist untrennbar mit der Massenproduktion und der Konsumgesellschaft verbunden. Stärker noch als andere Disziplinen entsteht es aus den Bedürfnissen der Öffentlichkeit, aus deren mehr oder weniger erklärten Forderungen, auf die es zu reagieren sucht. Das Automobil ist eines der Industrieprodukte, die am besten veranschaulichen, was mit Design gemeint ist. Das vorrangige Ziel, das es zu erreichen gilt, ist, für den Benutzer – für den es bestimmt ist – funktional zu sein.

Wie wichtig Design ist, zeigt auch die Tatsache, dass es im HUB, dem multifunktionalen Raum, in dem das Heritage untergebracht ist, einen Bereich namens Style Marks gibt. Was haben die Autos, die über einen Zeitraum von mehr als sechzig Jahren produziert wurden und in diesem Bereich ausgestellt sind, denn alle gemeinsam?

Sie sind Meilensteine in der Geschichte des Automobildesigns: Autos, deren Eigenschaften und Persönlichkeit die Identität der jeweiligen Marke wirkungsvoll repräsentiert haben. Diese Autos haben sich im kollektiven Vorstellungsvermögen fest etabliert und sind im Laufe der Zeit zu wahren Bezugspunkten im Bereich des Autodesigns geworden. Um auf das Thema Effizienz zurückzukommen: Der rote Faden, der die hier ausgestellten Modelle verbindet, ist die Fähigkeit des ursprünglichen Projekts, technische Anforderungen und Karosseriedesign in Einklang zu bringen. Dies geschieht durch das Zusammenspiel von Produkt, formalen Werten und Benutzerverhalten. Der Beitrag und das ästhetische Feingefühl der großen Turiner Karosseriebauer war entscheidend, um diese schwierige Balance zu halten. Es handelt sich um Modelle aus verschiedenen Epochen, die jedoch eine gemeinsame ästhetische und technologische Relevanz haben und zeigen, dass das Wort „Stil" eigentlich auf einen artikulierteren Designausdruck anspielt, der innovativ nach vorne blickt und gleichzeitig Zeugnis seiner eigenen Zeit ablegt.

Gibt es aus Ihrer direkten Erfahrung heraus Modelle, die Sie für besonders interessant halten, weil sie die mit dem Begriff der Effizienz verbundenen Probleme lösen konnten?

Wenn ich an das denke, was man als effizienten Ansatz bezeichnen könnte, fallen mir zwei Modelle ein, die unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von Bewohnbarkeit und Nutzung entstanden sind. Dank der innovativen Lösungen, die bei ihrem Design erarbeitet wurden, können der FIAT Downtown und der Multipla sicherlich dazu beitragen, das Konzept der Effizienz zu verwirklichen.

Seit Ende der 60er Jahre betrafen die beiden Hauptleitlinien der Forschungs- und Versuchstätigkeit von FIAT und seinem Forschungszentrum die Einführung neuer Materialien – insbesondere von Kunststoffen – für die Produktion von Fahrzeugen, sowie die Entwicklung einer Reihe von Tests, Prototypen und Protokollen für immer mehr Sicherheit. Diese beiden Leitlinien wurden bald von einer dritten flankiert, deren Ziel es war, Lösungen für eine effizientere Mobilität zu finden und den Problemen des zunehmend überlasteten Verkehrs zu begegnen. Der FIAT Downtown (vorgestellt auf dem Genfer Automobilsalon 1993, Anm. d. Red.) wurde genau für diesen Zweck konzipiert. Zunächst einmal haben wir bei dem Projekt dieses Elektro-Concept Cars mit dem Ziel gearbeitet, reduzierte Abmessungen zu erhalten, ohne die innere Bewohnbarkeit zu beeinträchtigen. Um die bestmögliche Geräumigkeit für seine Größe zu gewährleisten (der Downtown ist zweieinhalb Meter lang und weniger als eineinhalb Meter breit), fanden wir die Lösung, den Fahrer in einer zentralen Position unterzubringen. Dies ermöglichte den beiden Fondinsassen Beinfreiheit und eine von der Kopfstütze unbehinderte Sicht. Eine weitere erfolgreiche Lösung in diesem Sinne war die Einbeziehung eines Teils des Bodens (der in diesem Fall völlig flach war), um dem Fahrer das Ein- und Aussteigen ohne unnötige Verrenkungen zu ermöglichen. Außerdem konnten alle drei Insassen dank der großen Windschutzscheibe eine hervorragende Sicht genießen. Der FIAT Downtown war in der Praxis eine Limousine mit den Abmessungen eines Stadtautos, eine ideale Lösung für das immer drängendere Problem der Fortbewegung im urbanen Raum. Man kann sagen, dass der Downtown-Prototyp mit seiner Kombination aus Praktikabilität und Effizienz eine neue Art der urbanen Mobilität vorwegnahm, die einige Jahre später zum Beispiel durch den Smart verwirklicht wurde.

Leichterer Ein- und Ausstieg, einfache Interaktion mit den Fahrgästen, Sicht nach außen von jedem Sitzplatz aus und weniger Barrieren an Bord. Auch der Multipla entspricht diesen Designkriterien.

Aus meinen Begegnungen mit Innenarchitekten und Designern habe ich die Überzeugung gewonnen, dass es notwendig ist, besonders lebenswerte Innenräume zu entwerfen, die auch in den so genannten Übergangsbereichen, also beim Ein- und Aussteigen, dem Prinzip der Benutzerfreundlichkeit große Aufmerksamkeit schenken.

Damit will ich nicht sagen, dass ein Projekt wie der FIAT Multipla von 1998 als perfekte Kombination von technologischer Innovation und Architektur betrachtet werden kann. Doch die Studie dieses Minivans aus dem C-Segment von FIAT hat es erlaubt, technische Lösungen zu finden, die es drei in der selben Reihe sitzenden Passagieren erlauben, sich zu bewegen und in Beziehung zu treten, nachdem sie problemlos in das Fahrzeug eingestiegen sind. Der Multipla ist das einzige Auto in seinem Segment, das sechs Sitze und einen großen Kofferraum auf nur 4 Metern Länge bietet – weniger als ein Punto, um genau zu sein. Ich denke, dass dieses Projekt, bei dem ich an der Gestaltung des Konzepts und des endgültigen Stylings beteiligt war, vielleicht den Lehren der Welt der Architektur, die auf den Automobilsektor übertragen wurden, am nächsten kam. Ich hatte das Privileg, die Intuitionen von Gio Ponti, die im Diamante-Auto zum Ausdruck kommen, zu übernehmen und weiterzuentwickeln.

Bis hin zum MoMA in New York, wo der Multipla 1999 als „Beispiel für die neuen Trends der Massenmotorisierung" präsentiert wurde.

Das war eine große Ehre. Aber ohne falsche Bescheidenheit kann ich sagen, dass es genauso schön ist, zu wissen, dass es für viele Menschen eine tolle Gemeninschaftserfahrung ist, mit dem Multipla unterwegs zu sein. In diesem Sinne ist sein Design ein Gewinner, weil es um den Endbenutzer herum konzipiert wurde.

Zum Schluss noch eine Kuriosität: Welche Objekte außerhalb des Automobilsektors repräsentieren für Sie am besten den Begriff des Designs?

Ich mag die Fender Telecaster sehr, weil sie eine E-Gitarre ist, die 1951 aus dem Bedürfnis heraus geboren wurde, ein Brett mit einer bestimmten Dicke und einen Hals zu haben, der einfach mit dem Korpus verbunden werden kann, ohne dass man ihn in irgendeiner Weise verleimen muss, nur mit vier Schrauben. Außerdem befinden sich die Stimmwirbel alle auf einer Seite der Kopfplatte, um dem Musiker beim Stimmen zu helfen. Kurz gesagt, vom Design her gesehen ist es den Lösungen, die Leo Fender und sein Team gefunden haben, zu verdanken, dass die Telecaster zu einer Schönheit geworden ist, zu einem Kanon. So funktioniert auch das Zippo-Feuerzeug. Eigentlich ist es ein normales Feuerzeug, ein kleiner Behälter mit Benzol. Aber die Tatsache, dass der Docht leicht austauschbar ist und das Öffnen des Deckels und die Zündung durch eine einzige ikonische Geste erfolgt, macht es zu einem Objekt, das heute so wiedererkennbar und beliebt ist wie bei seiner Entstehung im Jahr 1932. Oder die Leica M, eine Kamera, die wie eine Filmrolle geformt war. Heutzutage, mit der Digitalisierung, nehmen wir diesen Aspekt nicht mehr wahr, doch ihr Design basiert auf der Form des kleinen Zylinders, der den 35-mm-Fotofilm enthält. Wer einmal darüber nachdenkt, versteht, wie perfekt ihr Design selbst in seiner Schlichtheit ist. Und, was für einen Designer absolut nicht zu unterschätzen ist: man konnte sie in der Tasche tragen. Heute fotografieren wir mit unseren Smartphones, aber damals war es eine große Revolution. Es sind ikonische Objekte, nur schwer zu verbessern. Niemand würde wollen, dass sie anders sind, weil sie so perfekt sind.

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