Die Welt von FCA Heritage
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Die Geschichte unserer Autos und unserer Marken
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Die Geschichten von Heritage
Wir erzählen von einem Jahrhundert der Technik, des Stils, des Wettkampfs und der Performance. Wir erzählen unsere – und Ihre Geschichte.
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Ein Stadtauto vierzig Jahre im Voraus.
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Fiat X 1/23

Ein Stadtauto vierzig Jahre im Voraus.

Ein gewagter Prototyp eines Mikroautos gibt einen Vorgeschmack auf eine Mobilitätsvision, die erst vierzig Jahre später Wirklichkeit wird. Beim Turiner Autosalon 1974 feierte der Fiat X 1/23 sein Debüt: ein elektrischer Zweisitzer-Kompaktwagen – perfekt, um im Stadtverkehr zurechtzukommen.


Die Siebziger Jahre sind für die Automobilbranche weltweit entscheidend. Die Ölkrise bringt die Pläne der Autobauer durcheinander und stimuliert zugleich die Suche nach alternativen Technologien, um ggf. dafür gerüstet zu sein, wenn das Öl früher oder später ausgeht.

In diesem Kontext präsentiert Fiat beim Turiner Autosalon 1974 neben der neuen Limousine 131 ein zukunftsweisendes Fahrzeug. Der Prototyp ist nicht nur wegen seines alternativen Versorgungssystems innovativ, welches zur Fortbewegung keine fossilen Brennstoffe benötigt, sondern auch weil er hinsichtlich dessen, was viele Jahre später tatsächlich passieren sollte, eine Vision des Stadtverkehrs weit im Voraus präsentiert: der Fiat X 1/23.

Es handelt sich um ein sehr kleines Fahrzeug, ein Stadtauto, das auf den Entwurf von Gian Paolo Boano im Centro Stile Fiat zurückgeht sowie auf einen 1972 entwickelten Prototypen. Das deutlich revolutionäre Aussehen im Vergleich zum Vorgängerprototyp ist auf den Elektromotor zurückzuführen. Auf etwas mehr als zweieinhalb Metern bietet das Fahrzeug zwei komfortable Sitze und wird von einem Elektromotor mit Spannungsregler vorne angetrieben, ausgeglichen durch Batterien im Heckbereich. Von außen fallen die auffälligen Stoßfänger und die seitlichen Schutzvorrichtungen aus Gummi ins Auge, welche die einige Jahre zuvor durchgeführten Studien der Fiat Familie ESV (Experimental Safety Vehicle) zu Prototypen wiederaufnehmen, bei denen die Schutzstangen an Türen und die überstehenden Gummistoßfänger gemeinsam mit den Verstärkungen der Fahrgestellteile im Front- und Heckbereich eine höhere Sicherheit der Fahrzeuge zum Ziel haben.

In Form eines perfekten, sehr kurzen Keils präsentiert sich der Fiat X 1/23 als Stadtauto mit futuristischen Linien und starkem Fokus auf Sicherheit, wobei der Raumbedarf des Zubehörs reduziert ist, ohne dabei den Komfort an Bord zu vernachlässigen. Zum ersten Mal erscheint bei einem so kleinen Fahrzeug eine effiziente Klimaanlage, die aufgrund der fixen Fenster vorne notwendig ist, während sich hinten Ausstellfenster befinden.

Die Genialität des Projekts schlägt sich im Prototyp Fiat X 1/23 nieder, ein Versuchsfahrzeug, dass der Turiner Autobauer nutzt, um Batterien unterschiedlicher Technologien auszuprobieren.


Um den historischen Moment besser verstehen zu können, in dem der Fiat X 1/23 entstand, sollte darauf hingewiesen werden, dass die elektronische Technologie wie wir sie gewohnt sind zu dem Zeitpunkt noch nicht existierte. Kurz zuvor waren Elektronenröhren erst von Transistorradios ersetzt worden, die Miniaturisierung der dezenten elektronischen Komponenten befand sich noch in den Anfängen und integrierte Schaltkreise nur im medizinischen und militärischen Bereich experimentell. Die Elektronik wie sie heute Basis aller Fahrzeuge ist – in Elektrofahrzeugen sogar zu 100% – befand sich noch nicht in den Fahrzeugen.

Man muss sich daher vor Augen führen, dass die Batterietechnologie noch in den Anfängen war und zum Antrieb Akkumulatoren auf Bleibasis verwendet wurden, die dermaßen schwer und platzraubend waren, dass die einzigen Elektrofahrzeuge, auch Prototypen, allgemein enorm groß waren. Nicht zufällig probiert Fiat in dieser Zeit den Elektroantrieb auch bei zwei Transportern auf Basis des 900 T und Fiat 242 aus.

Die Idee, Gewicht und Platzbedarf in einem kleineren Auto als einem Stadtauto von damals zu konzentrieren gilt einerseits als großes Wagnis und zieht andererseits mehr Interesse auf sich. Tatsächlich besteht die Herausforderung im Einsatz des X 1/23, um im engen Kontakt mit den Batterieherstellern zu arbeiten und neue Technologien auszuprobieren, die bei gleichem Gewicht und Raumbedarf mehr Leistung bieten, vor allem in Sachen Autonomie.

Der ursprünglich mit Bleiakkumulatoren ausgestattete Fiat X 1/23 wird vom Centro Ricerche Fiat mit Nickel-Zink-Akkumulatoren von der amerikanischen Gesellschaft Yardney ausgestattet, welche ein besonders günstiges Verhältnis zwischen Gewicht und Watt/Stunde ausweisen. In einem interessanten im “Illustrato” - l’house organ Fiat - erschienenen Artikel aus dem Jahr 1979 liest man, dass die konventionellen Beiakkumulatoren 35 Wh/kg erzeugen, während die Nickel-Zink-Version 70-90 Wh/kg erreicht. Mit diesen innovativen Akkumulatoren erreicht die Autonomie des Fiat X 1/23 tatsächlich 70 km.

Wie so oft bestimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis die Zukunft einer Technologie und während die experimentellen Akkus noch immer einen Prozess durchmachen, der bislang zur Nutzung von Lithiumbatterien geführt hat, plant der Turiner Autobauer das erste elektrische Auto eines großen Automobilbauers in Serie und produziert es ab 1990: der Fiat Panda Elettra,. 1992 entsteht der Fiat Cinquecento Elettra, 1998 gefolgt vom Seicento Elettra.

Während der Weiterentwicklung des X 1/23 stellt Fiat in den Folgejahren diverse Concept cars vor, die rund ums Thema städtische Mobilität mit Elektroantrieb entwickelt wurden: 1993 den Fiat Downtown, Dreisitzer der Kompaktklasse mit zwei Elektromotoren in den Radnaben; 1995 dann der Fiat ZIC (Zero Impact Car), entstanden unter Einsatz von Informatik in Zusammenarbeit mit CNR und IED und 1996 die Entwicklung von VANZIC und ZICSTR, welche den Prototyp ZIC perfektionieren und das Konzept “range extender” einführen, ein kleiner thermischer Motor, der autonom Strom erzeugen kann. 2008 bringt das Centro Ricerche Fiat einen Pool an Unternehmen und Hochschulen zusammen, darunter das Politecnico von Torino, das IAAD und IED, zur Projektierung des Fiat Phylla mit Lithiumbatterien.

Die Idee eines Fiat Stadtautos mit Elektroantrieb hingegen entsteht 2010 in den Staaten mit dem Concept car 500 BEV (Battery Electric Vehicle) für den amerikanischen Markt, das 2012 mit dem Namen 500e für den Verkauf in Kalifornien in Produktion ggeht. Es sollte das Vorläufermodell des Neuen 500 aus dem Jahr 2020 werden, der heute eines der meist verkauften Fahrzeuge nicht nur in Italien ist. Heute wird der Prototyp Fiat X 1/23 im Bereich “Eco and sustainable” des Heritage HUB Turin aufbewahrt.

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